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Warum der Drang nach Tomatensaft im Flugzeug so groß ist

AutorAda Kozłowska

Wer kennt das nicht. Im Flugzeug bestellen unzählige Passagiere Tomatensaft … ein Getränk, das viele von Ihnen bei festem Boden unter den Füßen kaum anrühren würden. Doch woher kommt dieser Drang, sich auf Reisen im Flugzeug Tomatensaft zu bestellen und das dickflüssige Getränk zu schlürfen? Wir klären auf!

Der Domino-Effekt

Viele gehen davon aus, dass Flugpassagiere so viel Tomatensaft auf Reisen bestellen, weil ihre Flugkameraden dies ebenfalls tun. Ein Domino-Effekt entsteht. Doch ist das schon die Begründung für dieses Phänomen? Bei weitem nicht. Warum sollten wir auch ein Getränk – und dann auch noch mit Salz und Pfeffer – trinken, welches uns in den eigenen vier Wänden überhaupt nicht schmeckt?

Dennoch: Mehr als 1,5 Millionen Liter Tomatensaft schenkt beispielsweise die Lufthansa ihren Passagieren jährlich aus. Das sind mehr Liter Tomatensaft als Bier, welches bekanntlich in Deutschland zu den absoluten Dauerbrennern gehört.

Top oder Flop?

Wer am Küchentisch ein Glas Tomatensaft trinkt, wird nicht das gleiche Geschmackserlebnis erhalten, als würde er diesen Saft in großer Höhe zu sich nehmen. Ganz im Gegenteil: Bei uns auf der Erde beschreiben viele Menschen Tomatensaft als eher muffiges Getränk, welches nicht gerade berauschend schmeckt.

Im Flugzeug dagegen sind viele Passagiere der Meinung, dass Tomatensaft angenehm fruchtig schmeckt, süß und kühlend ist und noch dazu einen bezaubernden Geruch besitzt. Kaum zu fassen, oder?

Des Rätsels Lösung

Durch einen Versuch in einer Niederdruckkammer mittels Probanden konnte herausgefunden werden, woran es liegt, dass es uns in weiter Höhe nach Tomatensaft gelüstet. Die Lösung ist einfach. Unsere Geruchs- und Geschmacksschwelle ist bei niedrigem Luftdruck schlichtweg höher.

Damit Salz, Zucker und eben auch Kräuter und Gewürze im Flugzeug für uns wahrgenommen werden, müssen sie höher dosiert werden. Dadurch haben wir das Gefühl, dass viele Lebensmittel und Getränke an Geschmack verlieren und für uns kaum spürbar sind.

Statistisch gesehen schmecken wir im Flugzeug 20 bis 30 Prozent weniger Salz, 15 bis 20 Prozent weniger Zucker. Fruchtiges Aroma dagegen können wir auch im Flugzeug noch gut wahrnehmen, daher ist Tomatensaft in windiger Höhe ein echtes Geschmackserlebnis, wohingegen dieser Saft auf heimischen Boden oftmals viel zu würzig oder intensiv wahrgenommen wird.

Damit die Geschmacksnerven im Flugzeug so richtig auf Touren kommen und die 15 bis 30 Prozent ausgeglichen werden, bestellen sich Passagiere zudem noch etwas Salz und Pfeffer zum Tomatensaft. Lecker!

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