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Flugchaos: Fluggästen aus Österreich stehen 23 Millionen Euro mehr zu als 2017

Letzte Aktualisierung:

 

  • AirHelp vergleicht Daten zum Flugverkehr des ersten Halbjahres 2018 mit Daten aus dem Vorjahreszeitraum
  • 2018 haben die Fluggäste aus Österreich Anspruch auf eine doppelt so hohe Entschädigungssumme wie im Vorjahr
  • Anzahl der Flugausfälle hat sich im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt

 

Wien, 17. Juli 2018. Im ersten Halbjahr 2018 gab es deutlich mehr Flugverspätungen und -ausfälle als im Vorjahreszeitraum. Insgesamt haben Fluggäste aus Österreich dadurch Anspruch auf eine Entschädigungssumme in Höhe von rund 47 Millionen Euro – doppelt so viel, wie im ersten Halbjahr 2017. Das ist das Ergebnis einer Analyse des weltweit führenden Fluggasthelfer-Portals, AirHelp (www.AirHelp.com/de-at).

Im ersten Halbjahr 2017 standen Reisenden rund 24 Millionen Euro aufgrund von starken Verspätungen und Flugausfällen an österreichischen Flughäfen zu. Damals waren insgesamt etwa 17,8 Prozent aller Flüge aus Österreich mindestens 15 Minuten verspätet oder fielen ganz aus. Im ersten Halbjahr 2018 lag dieser Wert knapp fünf Prozentpunkte höher (23,6 Prozent).

Anzahl Flugausfälle hat sich im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt

Besonders auffällig ist die starke Zunahme an ausgefallenen Flügen. Während zwischen Januar und Juli 2017 512 Flüge aus Österreich ausfielen, wurden im gleichen Zeitraum ein Jahr später insgesamt 1.062 Flüge abgesagt, obwohl es in diesem Jahr nur rund 1.000 Flugbewegungen mehr gab. Auch die Verspätungen zwischen 15 und 180 Minuten betreffen mit rund 13.700 Flügen 3.000 Flüge mehr als noch im Vorjahr.

Dirk Busse, Experte für Fluggastrechte von AirHelp, nennt Gründe für diese enorme Steigerung:

“Im ersten Halbjahr 2018 gab es deutlich mehr Probleme im Flugverkehr als im Vorjahr. So fielen bereits mehr als doppelt so viele Flüge aus – und das war nur der Anfang. In den Monaten Juli und August gibt es erfahrungsgemäß das höchste Flugaufkommen des Jahres, da viele Österreicher in die Sommerferien aufbrechen, doch einige von ihnen müssen sich auf enorme Probleme im Flugverkehr einstellen.

So haben die Belegschaften mehrerer Fluggesellschaften bereits Streiks angedroht, weil die Airlines ihnen keine angemessenen Arbeitsbedingungen bieten. Außerdem haben viele Fluggesellschaften ihre Flugpläne noch enger getaktet, um der hohen Nachfrage an Flugreisen nachzukommen, schaffen es aber nicht, diese Pläne einzuhalten. Letztlich versuchen die Airlines mit allen Mitteln, ihre Ausgaben zu minimieren und ihre Einnahmen zu maximieren. Dies geschieht jedoch auf dem Rücken ihrer Mitarbeiter und Kunden, die unter schlechten Arbeitsbedingungen beziehungsweise extremen Problemen im Flugverkehr leiden.

Allein aus dem ersten Halbjahr 2018 ergibt sich für Fluggäste aus Österreich daher bereits ein Anspruch auf finanzielle Entschädigungen in Höhe von 47 Millionen Euro. Viele Reisende fordern diese Kompensation gar nicht ein oder werden von den Fluggesellschaften zu Unrecht abgewiesen. Durch die Durchsetzung von rechtmäßigen Entschädigungen können Fluggäste jedoch finanziellen Druck auf die Airlines ausüben und sich letztlich für ihr Versagen entschädigen lassen. Wir raten allen Fluggästen daher, bei enormen Verspätungen oder Flugausfällen von ihrem Recht auf eine Entschädigung Gebrauch zu machen und unterstützen sie auch bei der juristischen Durchsetzung. Wenn nötig ziehen wir für sie vor Gericht.”

Flugprobleme: Diese Rechte haben Passagiere

Flugausfälle und -verspätungen können zu Entschädigungszahlungen in Höhe von bis zu 600 Euro pro Fluggast berechtigen. Die Höhe der Entschädigungszahlung berechnet sich aus der Länge der Flugstrecke. Der rechtmäßige Entschädigungsanspruch ist abhängig von der tatsächlichen Verspätungsdauer am Ankunftsort sowie dem Grund für den ausgefallenen oder verspäteten Flug. Betroffene Passagiere können ihren Entschädigungsanspruch rückwirkend durchsetzen, bis zu drei Jahre nach ihrem Flugtermin.

Außergewöhnliche Umstände wie Unwetter oder medizinische Notfälle können bewirken, dass die ausführende Airline von der Kompensationspflicht befreit wird.

Weitere Informationen stehen unter folgendem Link bereit:

https://www.airhelp.com/de/ihre-rechte.