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Die „Kerosin Connection“: Fluggäste bezahlen mehr, während die Airlines weniger bezahlen

AutorAda Kozłowska

Zum ersten mal seit 2008 scheint der Preis für Flugbenzin (Kerosin) zu sinken. Und dank der starken Nachfrage sind die Flugzeuge überdurchschnittlich gut besetzt. Trotzdem werden die Preise nicht gesenkt, zumal es dazu keinen Anreiz gibt für die Fluggesellschaften.

“Diese Kerosinpreissenkung müsste eigentlich direkt an den Passagier weitergegeben werden“ sagt Sascha Miller, der für ein Training für seine Rechtsdurchsetzungsfirma diesen Monat von Stockholm nach Madrid geflogen ist. „Das Kerosin kommt immer noch von der selben Raffinerie, von der selben Herkunft, warum also sollte die Einsparung nicht direkt dem Kunden weiter gegeben werden? Dies wäre, was man unter gutem Kundenservice versteht.“

Der Preiszerfall für Rohöl weltweit im Jahr 2014 machte das Kerosin 22 Prozent billiger, was für die westlichen Fluggesellschaften enorm ist, zumal Kerosin deren grösster Kostenpunkt ist. Gleichzeitig sind aber die Preise für Europaflüge seit 2013 im Durchschnitt 1.7 Prozent gestiegen wie man von den Analysten von Bloomberg Intelligence entnimmt.

Die Manager der Fluggesellschaften geben zu, dass Sie bezüglich Flugpreise an der Macht sind und dies auch so beibehalten möchten. Der Grund dafür ist einfache Mathematik: weniger Ausgaben bei mehr Einnahmen erhöht den Profit und den Aktienkurs. Die sechs grössten Fluggesellschaften der USA erwirtschafteten im dritten Quartal 2014 mehr als $ 3.96 Milliarden. „Bei der aktuell starken Nachfrage planen wir keinerlei proaktive Kostensenkungen“, sagte der Verwaltungsratspräsident Scott Kirby von der American Airlines Group (AAL) in einem Telefonkonferenz vom 23. Oktober.  

Die Fluggesellschaften waren seit Jahren nicht mehr in dieser komfortablen Lage. Die globale Finanzkrise hatte der Branche in einer Art und Weise zugesetzt, wie man sie seit dem zweiten Weltkrieg nie mehr gesehen hat. Umso mehr möchten sie natürlich die aktuelle Situation von tieferen Kerosinkosten und gleichbleibenden oder steigenden Ticketpreisen ausnützen. Nach dem Höchstpreis von $ 3.20 im Februar 2014 kostete eine Gallone im Oktober noch $ 2.46. Und schenkt man dem Europäischen Büro für Transport Statistik Glauben, ist die Auslastung der Flugzeuge mit 83 Prozent von Anfang Jahr bis Ende July erfreulich hoch.

Da wundert man sich als Passagier schon etwas, dass man immer noch einen „Treibstoffkostenzuschlag“ bezahlen muss. Aber dank der Marktmacht der Fluggesellschaften wird sich daran so schnell nichts ändern, sitzen doch den Managern die vergangenen harten Jahre noch immer tief in den Knochen. So hoffen wir, dass das Erlebnis Fliegen dank gesunden Fluggesellschaften auch für den Konsumenten noch attraktiver wird. Vielleicht ja auch durch tiefere Flugpreise.

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