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Weltweites Flugchaos: Der Sommerurlaub ist in Gefahr

Letzte Aktualisierung:

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  • Fluglinien drohen mit Preiserhöhung von Flugtickets aufgrund steigender Personal- und Kerosinkosten
  • Viele Fluggesellschaften plagt ein Mangel an Personal und Flugzeugen
  • Aufgrund von Streiks und dem Kampf um Start- und Landerechte wird es in diesem Sommer voraussichtlich zu mehr Flugausfällen kommen als letztes Jahr

 

Berlin, 02. August 2018. Im ersten Halbjahr 2018 gab es in Deutschland bereits mehr als doppelt so viele Flugausfälle wie im Vorjahreszeitraum. Das geht aus aktuellen Zahlen des weltweit führenden Fluggasthelfer-Portals, AirHelp, hervor. Doch es droht noch schlimmer zu kommen. AirHelp hat vier Gründe zusammengetragen, wieso der Sommerurlaub vieler Reisender zu einem Alptraum werden könnte:

Steigende Ticketpreise

Anfang Juni hat der Dachverband der Fluggesellschaften, die International Air Transport Association (IATA), die Gewinnprognose für das Jahr 2018 um 12 Prozent reduziert und zählte steigende Kerosin- und Personalkosten als Gründe hierfür auf. Fluggesellschaften wie American Airlines, Delta oder United haben bereits verkündet, dass sich Passagiere auf steigende Ticketpreise vorbereiten sollten. Gerade Last-Minute-Reisende könnten daher bereits in diesem Sommer mit erhöhten Reisekosten konfrontiert werden.

Personalmangel und Streiks

Ein weiteres Problem der Airlines ist der Mangel an Piloten. So fokussieren sich Fluggesellschaften wie Emirates und Qantas Airways aktuell auf die Einstellung von neuem Personal. Beide Fluggesellschaften konnten daher in den letzten Monaten viele ihrer Flugzeuge nicht wie geplant auslasten, da es zu Verzögerungen bei der Einstellung sowie Schulung von neuen Mitarbeitern kam. Der Flugzeughersteller Boeing schätzt, dass die Nachfrage nach Piloten in den nächsten 20 Jahren auf 637.000 steigen wird. Die Fluggesellschaften behaupten, dass sie in Zeiten von hohen Treibstoffkosten durch ebenfalls steigende Personalkosten ein hohes finanzielles Risiko eingehen würden.

Währenddessen setzen sich Arbeitergewerkschaften weltweit für bessere Arbeitsbedingungen von Piloten und Bordpersonal ein. So streikten die Air France-Piloten bereits für mehr Lohn und auch bei Ryanair kommt es in diesem Sommer erneut zu Streiks der Piloten und des Bordpersonals in mehreren europäischen Ländern. Auch deshalb wird es vermehrt zu Problemen im Flugverkehr kommen.

Viele Slots, wenig Flugzeuge

Einige Airlines plagt aber nicht nur ein Mangel an Personal, sondern auch ein Mangel an Flugzeugen. So sicherten sich beispielsweise viele Fluggesellschaften im Zuge der Air Berlin-Pleite wertvolle Start- und Landerechte, ohne genug Maschinen zur Nutzung dieser Slots zu haben. Aufgrund der hohen Nachfrage an Flugzeugen ist das Angebot an Leasing- und gebrauchten Maschinen jedoch gering und die großen Flugzeughersteller sind auf Jahre hin ausgebucht. Das hat zur Folge, dass regelmäßig aufeinanderfolgende Verbindungen zusammengelegt werden und Flüge dadurch ausfallen. Auf diese Weise verlieren die Airlines ihre wertvollen Slots nicht. Denn die Start- und Landerechte können gehalten werden, wenn sie zu mindestens 80 Prozent besetzt werden. Das regelt die sogenannte Großvaterregel. Fluggäste hingegen sehen sich durch dieses Vorgehen mit gestrichenen Flügen konfrontiert. In der Regel werden sie entgegen ihres eigentlichen Planes auf andere, meist spätere Flüge umgebucht.

Die erhöhte Nachfrage nach Flugreisen

Der vierte Grund, warum sich die Urlaubsträume vieler Reisender in Alpträume verwandeln könnten, ist die ansteigende Nachfrage nach Flugreisen. Dass immer mehr Menschen reisen, führt dazu, dass die zehn beliebtesten Reiseziele der Welt in den nächsten drei Jahren 70 Millionen Touristen mehr unterbringen müssen. Dadurch könnten viele Flughäfen an die Grenzen ihrer Kapazität stoßen. Aus diesem Grund könnte es bereits in diesem Sommer vermehrt zu Flugverspätungen und -ausfällen kommen.

Laura Kauczynski, Expertin für Fluggastrechte von AirHelp, kommentiert die aktuellen Entwicklungen in der Flugbranche:

“Die erhöhten Kraftstoff- und Personalkosten der Airlines werden mit Sicherheit in Form von erhöhten Ticketpreisen an ihre Kunden weitergegeben. So ist es den Fluggesellschaften möglich, trotz Mehrkosten weiterhin hohe Profite zu erzielen. Doch Flugreisende müssen sich in diesem Sommer nicht nur auf teurere Tickets, sondern auch auf mehr Probleme im Flugverkehr einstellen.

So fielen im ersten Halbjahr 2018 bereits mehr als doppelt so viele Flüge in Deutschland aus wie im Vorjahreszeitraum – und das war nur der Anfang. Im August gibt es erfahrungsgemäß das höchste Flugaufkommen des Jahres, da viele Deutsche in die Sommerferien aufbrechen. Für Passagiere ist es daher wichtig zu wissen, dass sie bei Flugverspätungen und -ausfällen unter Umständen Anspruch auf eine finanzielle Entschädigung in Höhe von bis zu 600 Euro pro Person durch die verantwortliche Airline haben. Wir raten allen betroffenen Fluggästen, von ihrem Recht auf eine Entschädigung Gebrauch zu machen, unterstützen sie bei der Durchsetzung und ziehen wenn nötig auch für sie vor Gericht.

Flugprobleme: Diese Rechte haben Passagiere

Flugausfälle und -verspätungen können zu Entschädigungszahlungen in Höhe von bis zu 600 Euro pro Fluggast berechtigen. Die Höhe der Entschädigungszahlung berechnet sich aus der Länge der Flugstrecke. Der rechtmäßige Entschädigungsanspruch ist abhängig von der tatsächlichen Verspätungsdauer am Ankunftsort sowie dem Grund für den ausgefallenen oder verspäteten Flug. Betroffene Passagiere können ihren Entschädigungsanspruch rückwirkend durchsetzen, bis zu drei Jahre nach ihrem Flugtermin.

Außergewöhnliche Umstände wie Unwetter oder medizinische Notfälle können bewirken, dass die ausführende Airline von der Kompensationspflicht befreit wird.

Weitere Informationen stehen unter folgendem Link bereit:

https://www.airhelp.com/de/ihre-rechte.