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Flugzeug-Pflichten-Check: Gefühltes ist nicht immer geltendes Recht

AutorAdrian Kreller

Gefühltes und geltendes Recht sind nicht immer deckungsgleich. Das musste jüngst auch eine Familie erfahren, die mit Delta Airlines von Hawaii nach Los Angeles fliegen wollte. Einen ursprünglich für ein anderes ihrer Kind gebuchten Sitz, wollten sie für ihr einjähriges Kind beanspruchen, buchten das Ticket aber nicht um und checkten den Flug auch nicht ein. Die Airline teilte den Sitz einer anderen Person zu und handelte damit korrekt. Denn der Check-in ist eine verbindliche Pflicht, der die Familie nicht nachgekommen war.

Um Situationen wie im aktuellen Fall bei Delta Airlines zu vermeiden, muss man wissen, dass es für Airlines nicht entscheidend ist, ob man ein Ticket gekauft hat. Erst der Check-in zeigt der Airline an, dass man wirklich fliegen will und nur dann entsteht Passagieren ein Recht auf Beförderung”.

Um böse Überraschungen für Passagiere zu vermeiden haben wir fünf Pflichten von Flugreisenden zusammengetragen, die Passagiere kennen sollten.

Fluggast-Pflichten im Überblick

1. Check-in ist Passagier-Pflicht

Wer seine Sitzplatz-Buchung im Flugzeug wahrnehmen will, muss sich auch einchecken. Andernfalls sieht die Airline den Platz als frei an und kann ihn an andere Passagiere übertragen. Grundsätzlich nehmen Airlines mehr Buchungen an, als es Plätze im Flugzeug gibt, da sie mit einer bestimmten Quote nicht erscheinender Passagiere rechnen.

2. Pünktlichkeit am Flughafen

Wer fliegen will, muss pünktlich sein: Auch der rechtzeitige Check-in ist verpflichtend. Fluggäste sollten die von der Airline angegeben Fristen zu Check-in, Gepäckabgabe, Sicherheitschecks und Boarding-Zeiten unbedingt beachten, da ansonsten das Recht auf Beförderung erlischt. Empfehlenswert ist es, online einzuchecken oder früh zum Flughafen zu kommen, um Zeit und Nerven zu schonen.

3. Flugzeitänderungen müssen beachtet werden

Ändert eine Airlines die Abflugzeit und informiert Passagiere darüber (z.B. per E-Mail), entsteht Passagieren daraus kein Anspruch auf Ausgleichszahlungen. Entschädigungsleistungen ergeben sich nur dann, wenn die Airline die Beförderung vorsätzlich verweigert.

4. Richtiges Verhalten

Die Sicherheit der Passagiere, sowie des Besatzungspersonals hat stets oberste Priorität. Wer diese Sicherheit mit seinem Verhalten gefährden könnte und sich den Anweisungen des Bordpersonals widersetzt, muss mit einer Nichtbeförderung  rechnen. Der Kapitän hat im Flugzeug die letzte Entscheidungsgewalt und entscheidet, ob ein Fluggast des Flugzeuges verwiesen wird. Passagiere, denen die Reise aufgrund von übermäßigem Alkohol- oder Drogenkonsums untersagt wird, sind nicht entschädigungsberechtigt, außer sie beweisen, dass sie sich zum Zeitpunkt der Nichtbeförderung in keinem Rauschzustand befanden. Fluggäste, die wegen ihres Körpergeruches des Flugzeuges verwiesen werden, haben hingegen Anspruch auf Entschädigungen.

5. Verlorenes und beschädigtes Gepäck

Wenn ein Flugpassagier bei der Ankunft feststellen muss, dass sein Gepäck nicht auf dem Gepäckband auftaucht und verloren gegangen ist, ist schnelles Handeln gefordert, da bestimmte Fristen einzuhalten sind. Passagiere sind verpflichtet den Schaden beziehungsweise Verlust innerhalb von sieben Tagen bei der Airline schriftlich zu melden. Bei verspätet eingetroffenen Gepäck hat der Reisende 21 Tage ab dem Tag, an dem das Gepäck eintrifft, Zeit, um eventuell aufgetretene Schäden zu melden.

Sollten Sie von einer Flugüberbuchung betroffen gewesen sein, dann überprüfen, ob Sie anspruchsberechtigt sind.

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