Fluggastrechte in der EU

Die EU-Verordnung über Fluggastrechte ist offiziell unter dem Namen Verordnung (EG) Nr. 261/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. Februar 2004 bekannt. Weil dieser Titel ganz schön lang ist, nennen wir sie nur EG 261. Es handelt sich um ein europäisches Gesetz, das Fluggesellschaften dazu verpflichtet, Passagiere bei langen Flugverspätungen, Annullierungen bzw. Flugausfällen und im Falle der Nichtbeförderung zu entschädigen.

EU-Fluggastrechte – Verspätete Flüge

Passagiere auf EU-Flügen, die gemäß EG 261 dazu berechtigt sind, müssen als Entschädigung für Flugverspätungen von mehr als 3 Stunden bis zu 600 € erhalten. Viele Faktoren beeinflussen die Berechtigung und die Höhe der Entschädigung, zu der Sie berechtigt sind, doch die folgenden Abschnitte sollten einige Ihrer Fragen – und sogar Fragen, die Sie sich bisher noch gar nicht gestellt haben – beantworten.

Natürlich werden die meisten Strecken innerhalb Europas erfasst. Dazu gehören nicht nur der EU-Luftraum, sondern auch Island, Norwegen, die Schweiz und die sogenannten „Gebiete in äußerster Randlage“ (Französisch-Guayana und Martinique, Mayotte, Guadeloupe und La Réunion, Saint-Martin, Madeira und die Azoren sowie die Kanarischen Inseln).

Viele internationale Flüge werden ebenfalls abgedeckt. Wenn Ihr Flug von einem Flughafen in der EU aus startet, wird er abgedeckt. Wenn Ihr Flug von einem anderen Ort aus startet, aber Ihr Zielort sich in der EU befindet, hängt die Abdeckung von der Fluggesellschaft ab – wenn es sich um ein europäisches Luftfahrunternehmen handelt, wird Ihr Flug abgedeckt. Schon verwirrt? Diese einfache Tabelle kann helfen:

RouteEU-FluggesellschaftNicht-EU-Fluggesellschaft
Start innerhalb der EU, Ziel innerhalb der EUcheck Abgedecktcheck Abgedeckt
Start innerhalb der EU, Ziel außerhalb der EUcheck Abgedecktcheck Abgedeckt
Start außerhalb der EU, Ziel innerhalb der EUcheck Abgedeckt Nicht abgedeckt
Start außerhalb der EU, Ziel außerhalb der EU Nicht abgedeckt Nicht abgedeckt

In einigen Fällen können betroffene Flüge außerhalb der EU unter EG 261 fallen, wenn sie Anschluss an einen abgedeckten Flug haben, der mit demselben Luftfahrtunternehmen durchgeführt wird und Teil derselben Flugreservierung (unter einer Buchungsnummer) ist. Ob Ihr Fall abgedeckt wird, können Sie am einfachsten mit unserer AirHelp Anspruchsprüfung herausfinden.

Nur Verspätungen von über 3 Stunden werden abgedeckt.

Als Ankunftszeit gilt nicht, wenn die Räder auf der Landebahn aufsetzen, sondern wenn das Flugzeug am Gate geparkt ist und die Tür geöffnet wird.

Außergewöhnliche Umstände werden nicht abgedeckt.

Die Fluggesellschaft kann außerdem die Haftung vermeiden, wenn es aufgrund der sogenannten „außergewöhnlichen Umstände“ zu der Verspätung kam. Dazu gehören Fälle wie Blitzeinschläge, medizinische Notfälle, Arbeiterstreiks, schwerwiegende schlechte Witterungsverhältnisse, Auflagen der Flugverkehrskontrolle, plötzlicher Ausfall des Flughafenradars, Sabotageakte, politische Unruhen, Terroranschläge.

Nicht ganz so außergewöhnliche Umstände sollten abgedeckt werden.

Fluggesellschaften führen oft „technische Probleme“ oder „Störungen im Betriebsablauf“ als Ursachen für Verspätungen an. Die gute Nachricht ist, dass der Europäische Gerichtshof (EuGH) wiederholt erklärt hat, dass diese Gründe nicht als „außergewöhnliche Umstände” gelten. Das bedeutet, dass sie nicht ausreichen, um die Fluggesellschaft von ihren Verpflichtungen gemäß EG 261 zu entbinden.

Sofern Ihr Flug unter das Gesetz fällt, hängt die Höhe der Entschädigung von drei Faktoren ab:

  • Länge der Flugstrecke
  • Ob Ihr Flug innerhalb der EU ist oder nicht
  • Länge der Verspätung wie bereits erwähnt, werden nur Verspätungen von mehr als 3 Stunden abgedeckt.

Es ist ein bisschen kompliziert, aber wir haben eine Tabelle erstellt, die es verständlich darstellt:

Länge der Verspätung
Weniger als 3 Stunden3 – 4 StundenMehr als 4 StundenKam nie anLänge der Flugstrecke
250 €250 €250 €Alle Flüge von 1.500 km oder weniger
– €400 €400 €400 €Flüge innerhalb der EU von über 1.500 km
– €400 €400 €400 €Flüge außerhalb der EU zwischen 1.500 km und 3.500 km
– €300 €600 €600 €Flüge außerhalb der EU von mehr als 3.500 km

Wie bereits erwähnt stellt die Flugstrecke einen Faktor dar, wenn es darum geht, wie viel Ihnen bei der Flugverspätung zusteht (siehe oben „Wie viel steht mir für meine Verspätung zu?“). Wenn Ihre Reise jedoch aus mehreren Flügen besteht, ist es möglich, dass nur ein Teil Ihrer Reise für Ihre Entschädigung berücksichtigt wird. Zur Feststellung muss Ihre Reise zunächst einige Bedingungen erfüllen:

  • Alle Flüge müssen gemeinsam gebucht worden sein, nicht einzeln.
  • Ihre Flugunterbrechung muss unter EG 261 fallen (siehe oben „Welche Flüge werden durch EG 261 erfasst?“).
  • Die Verspätung an Ihrem Zielort muss mehr als 3 Stunden betragen.

Bei einer Flugunterbrechung, die die oben stehenden Kriterien erfüllt, ist das Flugunternehmen, das den Flug durchführt, für Ihre Entschädigung verantwortlich. Um die Strecke festzustellen, für die Sie einen Anspruch haben, werden der betroffene Flug und alle danach folgenden Etappen berücksichtigt. Alle Etappen der Reise, die vor der Unterbrechung stattfanden, können auch eingeschlossen sein, wenn sie von demselben Flugunternehmen durchgeführt wurden, das für die Verspätung verantwortlich ist, und wenn keine von einem anderen Flugunternehmen durchgeführten Flüge dazwischen lagen.

Kurz gesagt: wenn eine Fluggesellschaft ein Problem verursacht, ist sie normalerweise für alle ihrer eigenen Flüge verantwortlich, auch wenn sie vor der Unterbrechung stattfanden, sowie für alle späteren betroffenen Flüge, auch wenn diese mit einer anderen Fluggesellschaft stattfanden. Schauen wir uns ein Beispiel an. Sagen wir, Sie reisen folgendermaßen mit drei Flügen von Los Angeles nach Berlin:

Los Angeles destination arrow New York destination arrow London destination arrow Berlin

Stellen wir uns zudem vor, dass der erste Flug mit einem US-amerikanischen Flugunternehmen wie zum Beispiel Delta und die anderen beiden Etappen mit British Airways, also einem europäischen Flugunternehmen, durchgeführt werden. Wenn der Flug von London nach Berlin mehr als 3 Stunden Verspätung hat, werden die letzten beiden Etappen der Reise normalerweise für die anspruchsberechtigte Strecke berücksichtigt. Das ist also die Strecke von New York nach Berlin. Die Unterbrechung geschah auf einem Flug, der unter EG 261 fällt, und da British Airways auch den Flug von New York nach London durchführte, wird dieser normalerweise berücksichtigt, obwohl er vor der Unterbrechung stattfand.

Wenn der Flug von Los Angeles nach New York die Verspätung verursacht hätte, würde der Flug jedoch nicht durch EG 261 erfasst (siehe oben „Welche Flüge werden durch EG 261 erfasst?“).

Normalerweise gilt diese Regel zwar, doch einige EU-Gerichte legen die Verordnung anders aus und berücksichtigen vorherige Anschlussflüge unter Umständen nicht für die anspruchsberechtigte Strecke. Ob Ihr Fall abgedeckt wird, können Sie am einfachsten mit unserer AirHelp Anspruchsprüfung herausfinden.

Wenn Sie eine Entschädigungsforderung gemäß EG 261 stellen, können Sie Widerstand von der Fluggesellschaft erwarten – auch wenn das Gesetz auf Ihrer Seite ist, wird diese wohl nicht gerade begeistert davon sein, Ihnen etwas zahlen zu müssen. Damit Ihre Forderung die beste Erfolgschance hat, haben wir hier einige Tipps für Sie zusammengestellt, die Sie befolgen sollten:

  • Bewahren Sie alle Dokumente auf, die etwas mit dem betroffenen Flug und angebotenen Alternativflügen zu tun haben, zum Beispiel E-Tickets und Bordkarten.
  • Fragen Sie bei dem Bodenpersonal nach, was die Ursache für das Problem ist.
  • Machen Sie sich einige Notizen zu der Unterbrechung, darunter die tatsächliche Ankunftszeit am Zielort. Alle Informationen, die Sie sammeln können – wie Fotos der Abflugsanzeigetafeln am Flughafen oder Mitteilungen der Fluggesellschaft, die die Unterbrechung bestätigen – können für Ihre Forderung von Nutzen sein.

Ihr Recht auf eine Entschädigung gemäß EG 261 verjährt letztendlich, deswegen ist es wichtig, die Verjährungsfristen für Ihre Forderung zu kennen. Sie unterscheiden sich von Land zu Land und hängen davon ab, wo sich der Hauptsitz der Fluggesellschaft befindet oder welches Gericht für Fälle hinsichtlich der Fluggesellschaft zuständig ist. Wir haben dazueine praktische Tabelle für Sie erstellt:

VERJÄHRUNGSFRISTEN IN EUROPA
LANDVERJÄHRUNGSFRIST
Belgien1 Jahr
Bulgarien5 Jahre
Dänemark3 Jahre
Deutschland*3 Jahre
Estland3 Jahre
Finnland3 Jahre
Frankreich5 Jahre
Griechenland5 Jahre
Irland6 Jahre
Island2 Jahre
Italien26 Monate
Kroatien3 Jahre
Lettland**2 Jahre
Litauen3 Jahre
Luxemburg10 Jahre
MaltaKeine Frist
Niederlande2 Jahre
Norwegen3 Jahre
Österreich3 Jahre
Polen1 Jahre
Portugal3 Jahre
Rumänien3 Jahre
Schweden***3 Jahre
Schweiz2 Jahre
Slowakei2 Jahre
Slowenien2 Jahre
Spanien5 Jahre
Tschechien****3 Jahre
Ungarn5 Jahre
Vereinigtes Königreich6 Jahre
Zypern6 Jahre

* Für Deutschland läuft die Verjährungsfrist am letzten Tag des dritten Jahres ab (zum Beispiel läuft die Verjährungsfrist für einen Flug am 25.2.2016 am 31.12.2019 ab).

** Für Lettland beträgt die Verjährungsfrist 2 Jahre, vorausgesetzt, dass innerhalb von 21 Tagen nach dem beeinträchtigten Flug eine Beschwerde eingereicht wurde.

*** Für Schweden wird die Verjährungsfrist jedes Mal erneuert, wenn eine neue Forderung gestellt wird. Die Verjährungsfrist für nachfolgende Forderungen wäre also drei Jahre ab dem Zeitpunkt, zu dem die letzte Forderung gestellt wurde.

**** Für Tschechien beträgt die Verjährungsfrist 2 Jahre, wenn der Flug 2013 oder früher stattfand. Ab 2014 beträgt die Verjährungsfrist 3 Jahre.

Gut, dass Sie fragen! Wir haben Ihnen unten einige Besonderheiten zusammengestellt, die bis jetzt noch nicht detailliert aufgeführt wurden.

Anspruch auf Erstattung oder anderweitige Beförderung

Zusätzlich zu der Entschädigung für Ihren Zeitverlust haben Sie bei einer Verspätung von über fünf Stunden das Recht auf eine vollständige oder partielle Rückzahlung Ihres ursprünglichen Tickets und falls nötig auf einen Rückflug an Ihren Abflugort.

Anspruch auf Betreuungsleistungen

Wenn Sie infolge einer Flugunterbrechung z.B. wegen einer Flugverspätung festsitzen und darauf warten, dass die Fluggesellschaft Siezu Ihrem Zielort bringt, haben Sie Anspruch auf einige kostenlose Leistungen, je nach Ihren Flugdaten. Das Flugunternehmen muss Ihnen während der Verspätung Mahlzeiten und Erfrischungen zur Verfügung stellen sowie Kommunikation ermöglichen. Zu Letzterem zählen zwei Telefonanrufe, Telex- oder Fax-Nachrichten und E-Mails. Wenn eine Übernachtung erforderlich ist, muss Ihnen die Fluggesellschaft ein Hotelzimmer und eine Transportmöglichkeit vom und an den Flughafen verschaffen. Die folgende Tabelle stellt dar, wann Sie einen Anspruch auf diese Leistungen haben:

FlugdatenLänge der Verspätung
Alle Flüge von 1.500 km oder weniger2 Stunden oder mehr
Flüge innerhalb der EU von über 1.500 km3 Stunden oder mehr
Flüge außerhalb der EU zwischen 1.500 und 3.500 km3 Stunden oder mehr
Flüge außerhalb der EU von über 3.500 km4 Stunden oder mehr

Ticket-Upgrade und Ticket-Downgrade

Das Luftfahrtunternehmen keinen Aufschlag von Ihnen verlangen, wenn Ihnen ein Alternativflug angeboten wird und Sie in eine höhere als Ihre ursprünglich gebuchte Klasse geupgradet werden, darf. Wenn dagegen die Klasse des Alternativfluges niedriger ist, können Sie eine Erstattung zwischen 30 % und 75 % des ursprünglich gezahlten Preises erhalten

Weitere Entschädigung

Ihr Anspruch auf Entschädigung gemäß EG 261 hat keinen Einfluss auf Ihr Recht, weitere Entschädigung zu fordern. Diese Regel findet in Fällen, in denen die Passagiere ihre Reservierungen freiwillig aufgegeben haben, keine Anwendung. Natürlich kann die Höhe der Entschädigung, auf die Sie gemäß EG 261 Anspruch haben, von etwaiger zusätzlicher Entschädigung, die Sie erhalten, abgezogen werden.

Verpflichtung, Fluggäste über ihre Rechte zu informieren

Ihr erstes grundlegendes Recht ist es, über den Inhalt von EG 261 informiert zu werden. Jede Fluggesellschaft muss Informationen über Fluggastrechte an den Check-In-Schaltern jedes von ihr bedienten Flughafens anbieten. Wenn Ihnen unsere Aufschlüsselung des Juristendeutsch noch nicht reicht, können Sie noch den original Gesetzestext der EG 261 lesen.

EU-Fluggastrechte – Ausgefallene Flüge

Wenn Ihr Flug annulliert wird und Sie nicht mindestens 14 Tage im Voraus von der Fluggesellschaft über den Flugausfall benachrichtigt wurden, ist diese unter Umständen gemäß EG 261 zu einer Entschädigung verpflichtet. EU-Fluggäste können bei annullierten Flügen einen Anspruch von bis zu 600 € haben, doch eine Vielzahl an Faktoren bestimmt den Anspruch und die Höhe der Entschädigung. In den folgenden Abschnitten finden Sie alle Einzelheiten.

Natürlich werden die meisten Strecken innerhalb Europas erfasst. Dazu gehören nicht nur der EU-Luftraum, sondern auch Island, Norwegen, die Schweiz und die sogenannten „Gebiete in äußerster Randlage“ (Französisch-Guayana und Martinique, Mayotte, Guadeloupe und La Réunion, Saint-Martin, Madeira und die Azoren sowie die Kanarischen Inseln).

Viele internationale Flüge werden ebenfalls abgedeckt. Wenn Ihr Flug von einem Flughafen in der EU aus starten sollte, wird er abgedeckt. Wenn Ihr Flug von einem anderen Ort aus starten sollte, aber Ihr Zielort sich in der EU befindet, hängt die Abdeckung von der Fluggesellschaft. Wenn es sich um eine europäische Fluggesellschaft handelt, wird Ihr Flug abgedeckt. Das ist etwas kompliziert, weshalb wir diese einfache Tabelle erstellt haben:

RouteEU-FluggesellschaftNicht-EU-Fluggesellschaft
Start innerhalb der EU, Ziel innerhalb der EUcheck Abgedecktcheck Abgedeckt
Start innerhalb der EU, Ziel außerhalb der EUcheck Abgedecktcheck Abgedeckt
Start außerhalb der EU, Ziel innerhalb der EUcheck Abgedecktcheck Nicht abgedeckt
Start außerhalb der EU, Ziel außerhalb der EUcheck Nicht abgedecktcheck Nicht abgedeckt

In einigen Fällen können betroffene Flüge außerhalb der EU unter EG 261 fallen, wenn sie Anschluss an einen abgedeckten Flug haben, der mit demselben Luftfahrtunternehmen durchgeführt wird und Teil derselben Flugreservierung (unter einer Buchungsnummer) ist. Ob Ihr Fall abgedeckt wird, können Sie am einfachsten mit unserer AirHelp Anspruchsprüfung herausfinden.

Annullierungen mit einer vorherigen Benachrichtigung von 14 Tagen werden nicht abgedeckt.

Entschädigungsansprüche sind nicht gültig, wenn die Fluggesellschaft Sie mindestens 14 Tage im Voraus benachrichtigt. Auch, wenn sie Sie weniger als 14 Tage vorher benachrichtigt, kann sie eine Zahlung vermeiden, wenn sie Ihnen eine anderweitige Beförderung auf einem Alternativflug anbietet, der die folgenden Kriterien erfüllt:

Vorherige BenachrichtigungAnforderungen für die anderweitige Beförderung
14 TageKeine
7 – 13 TageDer Alternativflug startet nicht mehr als 2 Stunden vor dem ursprünglichen Flug und kommt weniger als 4 Stunden nach ihm an.
Weniger als 7 TageDer Alternativflug startet nicht mehr als 1 Stunde vor dem ursprünglichen Flug und kommt weniger als 2 Stunden nach ihm an.

Außergewöhnliche Umstände werden nicht abgedeckt.

Die Fluggesellschaft kann außerdem die Haftung vermeiden, wenn es aufgrund der sogenannten „außergewöhnlichen Umstände“ zu der Annullierung kam. Dazu gehören Fälle wie Blitzeinschläge, medizinische Notfälle, Arbeiterstreiks, schwerwiegende schlechte Witterungsverhältnisse, Auflagen der Flugverkehrskontrolle, plötzlicher Ausfall des Flughafenradars, Sabotageakte, politische Unruhen, Terroranschläge, etc.

Nicht ganz so außergewöhnliche Umstände sollten abgedeckt werden.

Fluggesellschaften führen oft „technische Probleme“ oder „Störungen im Betriebsablauf“ als Ursachen für Annullierungen an. Die gute Nachricht ist, dass der Europäische Gerichtshof (EuGH) wiederholt erklärt hat, dass diese Gründe nicht als „außergewöhnliche Umstände” gelten. Das bedeutet, dass sie nicht ausreichen, um die Fluggesellschaft von ihren Verpflichtungen gemäß EG 261 zu entbinden.

Verschobene Flüge könnten Anspruch haben.

Wenn die Fluggesellschaft einen Flug, anstatt diesen zu annullieren, auf eine andere Zeit verschiebt, gelten ebenfalls die Regeln für die Stornierung. Dabei sind die Art und Weise der Benachrichtigung sowie der Zeitunterschied zum ursprünglichen Reiseplan zu beachten. Der verschobene Flug, in diesem Fall, wird einfach als Alternativflug betrachtet.

Sofern Ihr Flug unter das Gesetz fällt, hängt die Höhe der Entschädigung von drei Faktoren ab:

  • Länge der Flugstrecke
  • Ob Ihr Flug innerhalb der EU ist oder nicht
  • Länge der Verspätung, falls Sie die anderweitige Beförderung mit einem anderen Flug akzeptieren

Es ist ein bisschen kompliziert, aber wir haben wieder eine Tabelle gemacht, die es verständlich darstellt:

Länge der Verspätung (Alternativflug vs. ursprünglicher Flug)
Weniger als 2 Stunden2 – 3 Stunden3 – 4 StundenMehr als 4 StundenKam nie anLänge der Flugstrecke
125 250 250 250 €250 €Alle Flüge von 1.500 km oder weniger
200 200 400 400 €400 €Flüge innerhalb der EU von mehr als 1.500 km
200 200 400 400 €400 €Flüge außerhalb der EU zwischen 1.500 und 3.500 km
300300300600 €600 €Flüge außerhalb der EU von über 3.500 km

Die Höhe Ihrer Entschädigung kann halbiert werden, abhängig von der Gesamtverzögerung, mit der Sie mit dem Alternativflug an Ihrem Zielort angekommen wären (im Vergleich zu dem ursprünglich gebuchten Flug). Das ist in der oberen Tabelle dadurch dargestellt, dass die halbierten Entschädigungen markiert sind.

Wenn Sie die anderweitige Beförderung mit einem Alternativflug ablehnen, haben Sie Anspruch auf eine Entschädigung in Höhe der oben dargestellten Ziffern (dabei wird die Höhe von der Ankunftszeit des Ihnen angebotenen Alternativflugs bestimmt) sowie auf eine Erstattung Ihres Ticketpreises und eines Rückflugs an den ursprünglichen Abflugsort, falls nötig.

Wie bereits erwähnt stellt die Flugstrecke einen Faktor dar, wenn es darum geht, wie viel Ihnen bei der Annullierung zusteht (siehe oben „Wie viel steht mir für meine Annullierung zu?“). Wenn Ihre Reise jedoch aus mehreren Flügen besteht, ist es möglich, dass nur ein Teil Ihrer Reise für Ihre Entschädigung berücksichtigt wird. Zur Feststellung muss Ihre Reise zunächst einige Bedingungen erfüllen:

  • Alle Flüge müssen gemeinsam gebucht worden sein, nicht einzeln.
  • Ihre Flugunterbrechung (Flugverspätung, Flugausfall, Flugüberbuchung) muss unter EG 261 fallen (siehe oben „Welche Flüge werden durch EG 261 erfasst?“)

Bei einer Flugannullierung, die die oben stehenden Kriterien erfüllt, ist das Flugunternehmen, das den Flug durchführt, für Ihre Entschädigung verantwortlich. Um die Strecke festzustellen, für die Sie einen Anspruch haben, werden der betroffene Flug und alle danach folgenden Etappen berücksichtigt. Alle Etappen der Reise, die vor der Unterbrechung stattfanden, können auch eingeschlossen sein, wenn sie von demselben Flugunternehmen durchgeführt wurden, das für den Flugausfallverantwortlich ist, und wenn keine von einem anderen Flugunternehmen durchgeführten Flüge dazwischen lagen.

Kurz gesagt: wenn eine Fluggesellschaft ein Problem verursacht, ist sie normalerweise für alle ihrer eigenen Flüge verantwortlich, auch wenn sie vor der Unterbrechung stattfanden, sowie für alle späteren betroffenen Flüge, auch wenn diese mit einer anderen Fluggesellschaft stattfanden.

Schauen wir uns ein Beispiel an. Sagen wir, Sie reisen folgendermaßen mit drei Flügen von Los Angeles nach Berlin:

Los Angeles destination arrowNew Yorkdestination arrowLondondestination arrowBerlin

Stellen wir uns zudem vor, dass der erste Flug mit einem US-amerikanischen Flugunternehmen wie zum Beispiel Delta und die anderen beiden Etappen mit British Airways, also einem europäischen Flugunternehmen, durchgeführt werden. Wenn der Flug von London nach Berlin annulliert wird, werden die letzten beiden Etappen der Reise normalerweise für die anspruchsberechtigte Strecke berücksichtigt. Das ist also die Strecke von New York nach Berlin. Der Vorfall geschah auf einem Flug, der unter EG 261 fällt, und da British Airways auch den Flug von New York nach London durchführte, wird er normalerweise berücksichtigt, obwohl er vor dem Vorfall stattfand.

Wenn jedoch der Flug von Los Angeles nach New York ausgefallen wäre, würde der Flug nicht durch EG 261 erfasst (siehe oben „Welche Flüge werden durch EG 261 erfasst?“).

Normalerweise gilt diese Regel zwar, doch einige EU-Gerichte legen die Verordnung anders aus und berücksichtigen vorherige Anschlussflüge unter Umständen nicht für die anspruchsberechtigte Strecke. Ob Ihr Fall abgedeckt wird, können Sie am einfachsten mit unserer AirHelp Anspruchsprüfung herausfinden.

Wenn Sie eine Entschädigungsforderung gemäß EG 261 stellen, können Sie Widerstand von der Fluggesellschaft erwarten – auch wenn das Gesetz auf Ihrer Seite ist, wird sie wohl nicht gerade begeistert davon sein, Ihnen etwas zahlen zu müssen. Damit Ihre Forderung die besten Erfolgschancen hat, haben wir hier einige Tipps für Sie zusammengestellt, die Sie befolgen sollten:

  • Bewahren Sie alle Dokumente auf, die etwas mit dem betroffenen Flug und angebotenen Alternativflügen zu tun haben, zum Beispiel E-Tickets und Bordkarten.
  • Fragen Sie bei dem Bodenpersonal nach, was die Ursache für das Problem ist.
  • Machen Sie sich einige Notizen zu der Flugannullierung, darunter die tatsächliche Ankunftszeit am Zielort. Alle Informationen, die Sie sammeln können – wie Fotos der Abflugsanzeigetafel am Flughafen oder Mitteilungen der Fluggesellschaft, die den Flugausfall bestätigen – können für Ihre Forderung von Nutzen sein.

Ihr Recht auf eine Entschädigung gemäß EG 261 verjährt letztendlich, deswegen ist es wichtig, die Verjährungsfristen für Ihre Forderung zu kennen. Sie unterscheiden sich von Land zu Land und hängen davon ab, wo sich der Hauptsitz der Fluggesellschaft befindet oder welches Gericht für Fälle hinsichtlich der Fluggesellschaft zuständig ist. ir haben dazu eine praktische Tabelle für Sie vorbereitet:

VERJÄHRUNGSFRISTEN IN EUROPA
LANDVERJÄHRUNGSFRIST
Belgien1 Jahr
Bulgarien5 Jahre
Dänemark3 Jahre
Deutschland*3 Jahre
Estland3 Jahre
Finnland3 Jahre
Frankreich5 Jahre
Griechenland5 Jahre
Irland6 Jahre
Island2 Jahre
Italien26 Monate
Kroatien3 Jahre
Lettland**2 Jahre
Litauen3 Jahre
Luxemburg10 Jahre
MaltaKeine Frist
Niederlande2 Jahre
Norwegen3 Jahre
Österreich3 Jahre
Polen1 Jahre
Portugal3 Jahre
Rumänien3 Jahre
Schweden***3 Jahre
Schweiz2 Jahre
Slowakei2 Jahre
Slowenien2 Jahre
Spanien5 Jahre
Tschechien****3 Jahre
Ungarn5 Jahre
Vereinigtes Königreich6 Jahre
Zypern6 Jahre

* Für Deutschland läuft die Verjährungsfrist am letzten Tag des dritten Jahres ab (zum Beispiel läuft die Verjährungsfrist für einen Flug am 25.2.2016 am 31.12.2019 ab).

** Für Lettland beträgt die Verjährungsfrist 2 Jahre, vorausgesetzt, dass innerhalb von 21 Tagen nach dem beeinträchtigten Flug eine Beschwerde eingereicht wurde.

*** Für Schweden wird die Verjährungsfrist jedes Mal erneuert, wenn eine neue Forderung gestellt wird. Die Verjährungsfrist für nachfolgende Forderungen wäre also drei Jahre ab dem Zeitpunkt, zu dem die letzte Forderung gestellt wurde.

**** Für Tschechien beträgt die Verjährungsfrist 2 Jahre, wenn der Flug 2013 oder früher stattfand. Ab 2014 beträgt die Verjährungsfrist 3 Jahre.

Gut, dass Sie fragen! Wir haben Ihnen unten einige Besonderheiten zusammengestellt, die bis jetzt noch nicht detailliert aufgeführt wurden.

Anspruch auf Erstattung oder anderweitige Beförderung

Zusätzlich zu der Entschädigung für Ihren Zeitverlust haben Sie entweder Anspruch auf:

  • eine vollständige oder partielle Rückzahlung Ihres ursprünglichen Tickets und falls nötig einen Rückflug an Ihren Abflugort.
  • den frühestmöglichen Alternativtransport an Ihren Zielort.
  • ein neues Ticket an Ihren Zielort zu einem späteren Zeitpunkt, den Sie selbst auswählen, vorbehaltlich verfügbarer Plätze.

Transport zwischen Flughäfen muss auf Kosten des Luftfahrtunternehmens geregelt werden.

Anspruch auf Betreuungsleistungen

Wenn Sie infolge eines Flugausfalls festsitzen und darauf warten, dass die Fluggesellschaft Sie zu Ihrem Zielort bringt, haben Sie Anspruch auf einige kostenlose Leistungen, je nach Ihren Flugdaten. Das Flugunternehmen muss Ihnen während der Verspätung Mahlzeiten und Erfrischungen zur Verfügung stellen sowie Kommunikation ermöglichen. Zu Letzterem zählen zwei Telefonanrufe, Telex- oder Fax-Nachrichten und E-Mails. Wenn eine Übernachtung erforderlich ist, muss Ihnen die Fluggesellschaft ein Hotelzimmer und eine Transportmöglichkeit vom und an den Flughafen verschaffen.

Ticket-Upgrade und Ticket-Downgrade

Das Luftfahrtunternehmen keinen Aufschlag von Ihnen verlangen, wenn Ihnen ein Alternativflug angeboten wird und Sie in eine höhere als Ihre ursprünglich gebuchte Klasse geupgradet werden, darf das Luftfahrtunternehmen keinen Aufschlag von Ihnen verlangen. Wenn dagegen die Klasse des Alternativfluges niedriger ist, können Sie eine Erstattung zwischen 30 % und 75 % des ursprünglich gezahlten Preises erhalten.

Weitere Entschädigung

Ihr Anspruch auf Entschädigung gemäß EG 261 hat keinen Einfluss auf Ihr Recht, weitere Entschädigung zu fordern. Diese Regel findet in Fällen, in denen die Passagiere ihre Reservierungen freiwillig aufgegeben haben, keine Anwendung. Natürlich kann die Höhe der Entschädigung, auf die Sie gemäß EG 261 Anspruch haben, von etwaiger zusätzlicher Entschädigung, die Sie erhalten, abgezogen werden.

Verpflichtung, Fluggäste über ihre Rechte zu informieren

Ihr erstes grundlegendes Recht ist es, über den Inhalt von EG 261 informiert zu werden. Jede Fluggesellschaft muss Informationen über Fluggastrechte an den Check-In-Schaltern jedes von ihr bedienten Flughafens anbieten. Wenn Ihnen unsere Aufschlüsselung des Juristendeutsch noch nicht reicht, können Sie noch den original Gesetzestext der EG 261 lesen.

EU-Fluggastrecht – Nichtbeförderung

Es kann Situationen geben, in denen die Fluggesellschaft Sie nicht an Bord des Fluges lässt – zum Beispiel, wenn es zu einer Überbuchung kam. EG 261 kann Passagiere mit bis zu 600 € entschädigen, wenn ihnen auf EU-Flügen die Beförderung verweigert wird. Die folgenden Abschnitte legen dar, welche Faktoren die Berechtigung bestimmen und wie viel Ihnen zusteht.

Natürlich werden die meisten Strecken innerhalb Europas erfasst. Dazu gehören nicht nur der EU-Luftraum, sondern auch Island, Norwegen, die Schweiz und die sogenannten „Gebiete in äußerster Randlage“ (Französisch-Guayana und Martinique, Mayotte, Guadeloupe und La Réunion, Saint-Martin, Madeira und die Azoren sowie die Kanarischen Inseln).

Viele internationale Flüge werden ebenfalls abgedeckt. Wenn Ihr Flug von einem Flughafen in der EU aus starten sollte, wird er abgedeckt. Wenn Ihr Flug von einem anderen Ort aus starten sollte, aber Ihr Zielort sich in der EU befindet, hängt die Abdeckung von der Fluggesellschaft ab. Wenn es sich um ein europäisches Luftfahrunternehmen handelt, wird Ihr Flug abgedeckt. Schon verwirrt? Diese einfache Tabelle kann helfen:

RouteEU-FluggesellschaftNicht-EU-Fluggesellschaft
Start innerhalb der EU, Ziel innerhalb der EUcheck Abgedecktcheck Abgedeckt
Start innerhalb der EU, Ziel außerhalb der EUcheck Abgedecktcheck Abgedeckt
Start außerhalb der EU, Ziel innerhalb der EUcheck Abgedeckt Nicht abgedeckt
Start außerhalb der EU, Ziel außerhalb der EU Nicht abgedeckt Nicht abgedeckt

In einigen Fällen können betroffene Flüge außerhalb der EU unter EG 261 fallen, wenn sie Anschluss an einen abgedeckten Flug haben, der mit demselben Luftfahrtunternehmen durchgeführt wird und Teil derselben Flugreservierung (unter einer Buchungsnummer) ist. Ob Ihr Fall abgedeckt wird, können Sie am einfachsten mit unserer AirHelp Anspruchsprüfung herausfinden.

Nur unfreiwillige Nichtbeförderungen werden abgedeckt.

Wenn Sie Ihren Platz freiwillig gegen eine Erstattung, einen Alternativflug oder andere Leistungen aufgeben, geben Sie auch Ihren Anspruch auf Entschädigung gemäß EG 261 auf. Auch wenn Sie es sich selbst erschweren, an Bord des Flugzeugs zu gehen, verlieren Sie Ihren Anspruch auf Entschädigung. Einige Beispiele dafür wären:

  • Zu spät für den Einstieg ankommen
  • Nicht die richtigen Dokumente dabei haben (wie zum Beispiel die Bordkarte)
  • Ein Risiko für Gesundheit, Sicherheit oder Ordnung darstellen

Sofern Ihr Flug unter das Gesetz fällt, hängt die Höhe der Entschädigung von zwei Faktoren ab:

  • Länge der Flugstrecke
  • Ob Ihr Flug innerhalb der EU ist oder nicht

Um dies veranschaulichen, haben wir eine Tabelle erstellt, die Ihnen erklärt, wie viel Ihnen basierend auf Ihren Flugdaten zusteht:

StreckeEntschädigung
Alle Flüge von weniger als 1.500 km250 €
Flüge innerhalb der EU von mehr als 1.500 km400 €
Flüge außerhalb der EU zwischen 1.500 und 3.500 km400 €
Flüge außerhalb der EU von mehr als 3.500 km600 €

Gut zu wissen! Ihre Entschädigung steht Ihnen sofort zu, nachdem Ihnen die Beförderung verweigert wurde. Und wir meinen wirklich sofort, direkt am Flughafen. Und das zusätzlich zu Ihrem Anspruch auf eine anderweitige Beförderung oder einen Alternativflug zu Ihrem Zielort.

Wie bereits erwähnt stellt die Flugstrecke einen Faktor dar, wenn es darum geht, wie viel Ihnen bei der Flugverspätung zusteht (siehe oben „Wie viel steht mir für meine Nichtbeförderung zu?“). Wenn Ihre Reise jedoch aus mehreren Flügen besteht, ist es möglich, dass nur ein Teil Ihrer Reise für Ihre Entschädigung berücksichtigt wird. Zur Feststellung muss Ihre Reise zunächst einige Bedingungen erfüllen:

  • Alle Flüge müssen gemeinsam gebucht worden sein, nicht einzeln.
  • Ihre Flugunterbrechung muss unter EG 261 fallen (siehe oben „Welche Flüge werden durch EG 261 erfasst?“)

Bei einer Nichtbeförderung, die die oben stehenden Kriterien erfüllt, ist das Flugunternehmen, das den Flug durchführt, für Ihre Entschädigung verantwortlich. Um die Strecke festzustellen, für die Sie einen Anspruch haben, werden der betroffene Flug und alle danach folgenden Etappen berücksichtigt. Alle Etappen der Reise, die vor der Unterbrechung stattfanden, können auch eingeschlossen sein, wenn sie von demselben Flugunternehmen durchgeführt wurden, das für die Verspätung verantwortlich ist, und wenn keine von einem anderen Flugunternehmen durchgeführten Flüge dazwischen lagen.

Kurz gesagt: wenn eine Fluggesellschaft ein Problem verursacht, ist sie normalerweise für alle ihrer eigenen Flüge verantwortlich, auch wenn diese vor der Unterbrechung stattfanden, sowie für alle späteren betroffenen Flüge, auch wenn sie mit einer anderen Fluggesellschaft stattfanden.

Schauen wir uns ein Beispiel an. Sagen wir, Sie reisen folgendermaßen mit drei Flügen von Los Angeles nach Berlin:

Los Angeles destination arrow New York destination arrow London destination arrow Berlin

Stellen wir uns zudem vor, dass der erste Flug mit einem US-amerikanischen Flugunternehmen wie zum Beispiel Delta und die anderen beiden Etappen mit British Airways, also einem europäischen Flugunternehmen, durchgeführt werden. Wenn Sie auf dem Flug von London nach Berlin nicht befördert werden, werden die letzten beiden Etappen der Reise normalerweise für die anspruchsberechtigte Strecke berücksichtigt. Das ist also die Strecke von New York nach Berlin. Die Unterbrechung geschah auf einem Flug, der unter EG 261 fällt, und da British Airways auch den Flug von New York nach London durchführte, wird er normalerweise berücksichtigt, obwohl er vor der Unterbrechung stattfand.

Wenn Sie jedoch auf dem Flug von Los Angeles nach New York nicht befördert würden, würde der Flug nicht durch EG 261 erfasst (siehe oben „Welche Flüge werden durch EG 261 erfasst?“).

Normalerweise gilt diese Regel zwar, doch einige EU-Gerichte legen die Verordnung anders aus und berücksichtigen vorherige Anschlussflüge unter Umständen nicht für die anspruchsberechtigte Strecke. Ob Ihr Fall abgedeckt wird, können Sie am einfachsten mit unserer AirHelp Anspruchsprüfung herausfinden.

Wie bereits erwähnt muss Ihnen die Entschädigung für die Nichtbeförderung sofort ausgezahlt werden, sodass Sie im Idealfall den Prozess der Forderungsstellung nicht durchlaufen müssten(siehe oben „Wie viel steht mir für meine Nichtbeförderung zu?“). Machen Sie sich jedoch keine Sorgen, wenn Ihnen die Entschädigung nicht am Flughafen ausgezahlt wurde. Sie können auch nach dem Vorfall noch eine Forderung gemäß EG 261 stellen.Sie können von der Fluggesellschaft einigen Widerstand erwarten – auch wenn das Gesetz auf Ihrer Seite ist, wird sie wohl nicht gerade begeistert davon sein, Ihnen etwas zahlen zu müssen. Damit Ihre Forderung die beste Erfolgschance hat, haben wir hier einige Tipps für Sie zusammengestellt, die Sie befolgen sollten:

  • Bewahren Sie alle Dokumente auf, die etwas mit dem betroffenen Flug und angebotenen Alternativflügen zu tun haben, zum Beispiel E-Tickets und Bordkarten.
  • Fragen Sie bei dem Bodenpersonal nach, was die Ursache für das Problem ist.
  • Machen Sie sich einige Notizen zu der Unterbrechung, darunter die tatsächliche Ankunftszeit am Zielort. Alle Informationen, die Sie sammeln können – wie Fotos der Abflugsanzeigetafeln am Flughafen oder Mitteilungen der Fluggesellschaft, die die Unterbrechung bestätigen – können für Ihre Forderung von Nutzen sein.

Ihr Recht auf eine Entschädigung gemäß EG 261 verjährt letztendlich, deswegen ist es wichtig, die Verjährungsfristen für Ihre Forderung zu kennen. Sie unterscheiden sich von Land zu Land und hängen davon ab, wo sich der Hauptsitz der Fluggesellschaft befindet oder welches Gericht für Fälle hinsichtlich der Fluggesellschaft zuständig ist. Wie immer haben wir eine praktische Tabelle für Sie:

VERJÄHRUNGSFRISTEN IN EUROPA
LANDVERJÄHRUNGSFRIST
Belgien1 Jahr
Bulgarien5 Jahre
Dänemark3 Jahre
Deutschland*3 Jahre
Estland3 Jahre
Finnland3 Jahre
Frankreich5 Jahre
Griechenland5 Jahre
Irland6 Jahre
Island2 Jahre
Italien26 Monate
Kroatien3 Jahre
Lettland**2 Jahre
Litauen3 Jahre
Luxemburg10 Jahre
MaltaKeine Frist
Niederlande2 Jahre
Norwegen3 Jahre
Österreich3 Jahre
Polen1 Jahre
Portugal3 Jahre
Rumänien3 Jahre
Schweden***3 Jahre
Schweiz2 Jahre
Slowakei2 Jahre
Slowenien2 Jahre
Spanien5 Jahre
Tschechien****3 Jahre
Ungarn5 Jahre
Vereinigtes Königreich6 Jahre
Zypern6 Jahre

* Für Deutschland läuft die Verjährungsfrist am letzten Tag des dritten Jahres ab (zum Beispiel läuft die Verjährungsfrist für einen Flug am 25.2.2016 am 31.12.2019 ab).

** Für Lettland beträgt die Verjährungsfrist 2 Jahre, vorausgesetzt, dass innerhalb von 21 Tagen nach dem beeinträchtigten Flug eine Beschwerde eingereicht wurde.

*** Für Schweden wird die Verjährungsfrist jedes Mal erneuert, wenn eine neue Forderung gestellt wird. Die Verjährungsfrist für nachfolgende Forderungen wäre also drei Jahre ab dem Zeitpunkt, zu dem die letzte Forderung gestellt wurde.

**** Für Tschechien beträgt die Verjährungsfrist 2 Jahre, wenn der Flug 2013 oder früher stattfand. Ab 2014 beträgt die Verjährungsfrist 3 Jahre.

Gut, dass Sie fragen! Wir haben Ihnen unten einige Highlights zusammengestellt, die bis jetzt noch nicht detailliert aufgeführt wurden.

Anspruch auf Erstattung oder anderweitige Beförderung

Zusätzlich zu der Entschädigung für Ihren Zeitverlust haben Sie entweder Anspruch auf:

  1. eine vollständige oder partielle Rückzahlung Ihres ursprünglichen Tickets und falls nötig einen Rückflug an Ihren Abflugort.
  2. den frühestmöglichen Alternativtransport an Ihren Zielort.
  3. ein neues Ticket an Ihren Zielort zu einem späteren Zeitpunkt, den Sie selbst auswählen, vorbehaltlich verfügbarer Plätze.

Transport zwischen Flughäfen muss auf Kosten des Luftfahrtunternehmens geregelt werden.

Anspruch auf Betreuungsleistungen

Wenn Sie infolge einer Flugunterbrechung festsitzen und darauf warten, dass die Fluggesellschaft Sie wieder auf Kurs zu Ihrem Zielort bringt, haben Sie Anspruch auf einige kostenlose Leistungen, je nach Ihren Flugdaten. Das Flugunternehmen muss Ihnen während der Verspätung Mahlzeiten und Erfrischungen zur Verfügung stellen sowie Kommunikation ermöglichen. Zu Letzterem zählen zwei Telefonanrufe, Telex- oder Fax-Nachrichten und E-Mails. Wenn eine Übernachtung erforderlich ist, muss Ihnen die Fluggesellschaft ein Hotelzimmer und eine Transportmöglichkeit vom und an den Flughafen verschaffen.

Ticket-Upgrade und Ticket-Downgrade

Das Luftfahrtunternehmen keinen Aufschlag von Ihnen verlangen, wenn Ihnen ein Alternativflug angeboten wird und Sie in eine höhere als Ihre ursprünglich gebuchte Klasse geupgradet werden, darf das Luftfahrtunternehmen keinen Aufschlag von Ihnen verlangen. Wenn dagegen die Klasse des Alternativfluges niedriger ist, können Sie eine Erstattung zwischen 30 % und 75 % des ursprünglich gezahlten Preises erhalten.

Weitere Entschädigung

Ihr Anspruch auf Entschädigung gemäß EG 261 hat keinen Einfluss auf Ihr Recht, weitere Entschädigung zu fordern. Diese Regel findet in Fällen, in denen die Passagiere ihre Reservierungen freiwillig aufgegeben haben, keine Anwendung. Natürlich kann die Höhe der Entschädigung, auf die Sie gemäß EG 261 Anspruch haben, von etwaiger zusätzlicher Entschädigung, die Sie erhalten, abgezogen werden.

Verpflichtung, Fluggäste über ihre Rechte zu informieren

Ihr erstes grundlegendes Recht ist es, über den Inhalt von EG 261 informiert zu werden. Jede Fluggesellschaft muss Informationen über Fluggastrechte an den Check-In-Schaltern jedes von ihr bedienten Flughafens anbieten. Wenn Ihnen unsere Aufschlüsselung des Juristendeutsch noch nicht reicht, können Sie noch den original Gesetzestext der EG 261 lesen.

Wenden Sie sich an AirHelp, um zu überprüfen, ob Sie bei Ihrem Flug einen Anspruch geltend machen können.

Hatten Sie in den letzten drei Jahren eine Flugverspätung oder ein anderes Problem bei Flugreisen? Teilen Sie uns einfach die Flugdaten mit und wir überprüfen für Sie, ob Ihnen Geld zusteht.

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